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Rhythmisierte Ganztagsklasse

Bereits seit einiger Zeit haben wir an der Josefschule neben dem üblichen, geregelten Schulalltag das Betreuungsangebot des Offenen Ganztages (derzeit 8.00 Uhr – 16.00 Uhr) und die Verlässliche Grundschule (8.00 Uhr – 13.20 Uhr).

Um unsere Angebote noch konsequenter in den Schulalltag zu integrieren, möchten wir unsere zweizügige Grundschule zukünftig so gestalten, dass wir eine Klasse in jedem Jahrgang wie bisher im Vormittag zu den bekannten Schulzeiten unterrichten (mit dem Angebot von einigen Betreuungsplätzen in der Verlässlichen Grundschule) und die andere Klasse des Jahrgangs als Rhythmisierte Ganztagsklasse führen. So können wir Eltern ein auf die eigenen familiären Bedürfnisse abgestimmtes Angebot bezüglich der gewünschten Betreuung oder auch der nicht gewünschten Betreuung unterbreiten.

Im Folgenden wird unser Konzept des Rhythmisierten Ganztages erläutert. Wir bitten dabei immer zu bedenken, dass wir die individuelle Betreuung, die Gestaltung des Unterrichts, die Zusammenarbeit mit den Eltern, ein gutes Klassenklima, die Teamarbeit, das Lerntagebuch und vieles mehr, in den Klassen, die am Vormittag unsere Schule besuchen (ggf. die Verläßliche Grundschule besuchen), ebenso gewährleisten.

Konzept Rhythmisierter Ganztag

Mit dem Schuljahr 2020/21 möchte die Josefschule mit einem neuen Angebot starten: 

Die Rhythmisierte Ganztagsklasse.

Das Konzept, das für dieses neue Angebot hier vorgelegt wird, soll in den folgenden Jahren für die Josefschule eingeführt und weiterentwickelt werden. Trägerdes Angebotes ist die AWO - Unterbezirk Münsterland-Recklinghausen.

Allgemeines

Die Kinder des Rhythmisierten Ganztages werden verbindlich an 5 Tagen in der Woche in der Zeit von 8.00-15.00Uhr unterrichtet, gefördert und in den Freizeitphasen pädagogisch begleitet. Ab 15.00 Uhr können die Schüler/innen bis 16.00 Uhr in der Schule pädagogisch begleitet werden. Der Verbleib eines Kindes im Rhythmisierten Ganztag sollte möglichst während der gesamten Grundschulzeit gewährleistet sein.

Um Befreiungen im Nachmittagsbereich zu ermöglichen, sieht die Stundenplangestaltung an zwei festen Tagen eine entsprechende Anpassung vor. Freistellungen vor 15.00 Uhr müssen grundsätzlich weiterhin beantragt werden und richten sich nach dem geltenden OGS Erlass.

Betreuung an schulfreien Tagen

Auch an den beweglichen Ferientagen und in den Ferien erfolgt für die Kinder des Rhythmisierten Ganztages eine zuverlässige Betreuung in der Zeit von 8.00-16.00 Uhr. Eine Ausnahme bildet die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr sowie drei Wochen in den Sommerferien. In dieser Zeit wird keine Betreuung angeboten. Die Betreuung in den Ferien sowie an den beweglichen Ferientagen wird schulübergreifend gemeinsam gestaltet und findet an wechselnden Schulstandorten statt.  Diese Betreuung wird von den pädagogischen Fachkräften der AWO Recklinghausen durchgeführt. Die Fachkräfte wählen für die Ferien ein Thema aus und entwerfen Angebote, die die Kinder nutzen können. Das themenbezogene Arbeiten und die freie Zeit ermöglichen eine intensive Projektarbeit und gemeinsame Ausflüge.

An den Tagen, an denen die Lehrkräfte Fortbildungen besuchen oder ganztägige Konferenzen stattfinden, findet ebenfalls eine Betreuung von 8.00-16.00 Uhr durch die pädagogischen Fachkräfte statt. 

Das Klassenteam

Sowohl der Bildungs- als auch der Erziehungsbegriff stehen im Zentrum des Konzepts der rhythmisierten Ganztagsklasse.  So besteht das Team der Ganztagsklasse aus einer Lehrkraft und einer pädagogischen Fachkraft (Erzieher, Sozialpädagoge oder ähnliches), um Bildungs- und Erziehungsprozesse in der kindlichen Entwicklung zielgerichtet pädagogisch zu fördern. Diese zwei Personen bilden zusammen ein Klassenteam.

Die Lehrkraft ist als Klassenleitung für den Bildungs- und Erziehungsprozess ihrer Schüler, basierend auf den Richtlinien und Lehrplänen des Landes NRW, verantwortlich. Sie stärkt die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schüler und vermittelt Wissen, grundlegende Kompetenzen und Kenntnisse in den Unterrichtsfächern. Sie sorgt durch ihre methodisch-didaktischen Überlegungen, durch die Einführung von Regeln und Ritualen für ein gutes Lernklima und eine Klassengemeinschaft, in der jedes Kind individuell lernen und sich entfalten kann.

Die pädagogische Fachkraft unterstützt den Lehrer in diesem Bildungs- und Erziehungsprozess nicht nur, sondern bringt dazu die pädagogischen Richtlinien des OGS Erlasses mit in das Klassenteam ein. Sie achtet auf die Persönlichkeitsentwicklung, Förderung sozialer Kompetenzen und unterstützt die Kinder bei ihren individuellen Bildungsprozessen.

Durch die tägliche Zusammenarbeit und den damit verbundenen täglichen Austausch ermöglichen die Lehrkraft und die pädagogische Fachkraft gemeinsam die bestmögliche Bildung und individuelle Förderung für das einzelne Kind. Sie stellen die schulische und persönliche Entwicklung des Kindes sicher. Das Klassenteam begleitet die Kinder die gesamte Schulzeit über in ihrer Entwicklung. Es erlebt die Kinder in Lernphasen, in Phasen der freien Zeit, im täglichen Umgang miteinander und in weiteren Alltagssituationen.

Die Bezugspersonen wechseln möglichst nicht. Auf diesem Weg kann eine vertrauensvolle Basis geschaffen werden. Denn Kinder können sich in einem vertrauten Umfeld entwickeln, dort lernen und sich bilden. Sicherheit basiert für Kinder vor allem auf verlässlichen Beziehungen zu Erwachsenen. Sie ist Voraussetzung einer positiven Entwicklung des gesamten Bildungs- und Entwicklungsprozesses der Kinder. Die enge Zusammenarbeit der schulischen und pädagogischen Fachkräfte ist wichtiger Bestandteil des Konzeptes und soll die bestmögliche individuelle Förderung des Kindes ermöglichen.

Tagesablauf

Der besondere Charakter der Ganztagsklasse liegt in der rhythmisierten Gestaltung des Unterrichttages und in der verstärkten fachlichen Förderung durch ein Klassenteam. Da der Pflichtunterricht sich auf vormittags und nachmittags verteilt, sind individuelle Erholungs- und Bewegungsphasen möglich

Der Tag wird in drei Abschnitte geteilt: der Vormittag, das Mittagessen und der Nachmittag. Diese drei Teile verbringen die Kinder in der Regel im Klassenverband, so dass ein Gemeinschaftsgefühl entsteht. Im Umgang miteinander und durch das gemeinsame Erleben des Tages, erhalten die Kinder die Möglichkeit, die sozialen Kompetenzen zu schulen. Die Übergänge von Lernphasen und Phasen der Erholung sind fließend. So erleben die Kinder ihren Schultag als Einheit.

Hinzu kommen Verzahnungsstunden. In diesen Stunden (wünschenswert wären mindestens 2 am Tag) sind die Lehrkraft und die pädagogische Fachkraft gemeinsam in der Ganztagsklasse tätig. Dies ermöglicht die  Arbeit in Kleingruppen.

In der Zeit von 15.00 Uhr -16.00 Uhr  haben die Kinder  freie Zeit zum Spielen oder sie nehmen an den Arbeitsgemeinschaften oder Projekten teil. In diesen AGs  können die Kinder ihre individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten in praktischen, musischen, gestalterischen, sportlichen oder sozialen Bereichen entdecken, erproben und erweitern. Nach dem Mittagessen wird es eine Zeit für Arbeitsphasen geben oder auch für Unterricht am Nachmittag (Nebenfächer).

Zusammenfassend: Eine strukturelle Rhythmisierung des Tagesablaufs mit festen Ritualen, Regeln und Signalen, wie z.B. Frühstück, Freispiel, Mittagessen, pädagogische Angebote,  und Abholzeiten, gibt den Kindern Orientierung und Sicherheit. Neben der Strukturierung des Tages kommt in der Ganztagsklasse nun auch der Rhythmisierung des Unterrichts eine besondere Bedeutung hinzu: Attraktive und herausfordernde Lernangebote, unterschiedliche Sozialformen sowie das Herstellen  einer Balance zwischen Anstrengung und Entspannung berücksichtigen lern- und entwicklungsbedingte Bedürfnisse der Schüler.

Räumlichkeiten

Individuelle Förderung wird durch das Raumkonzept unterstützt. Das Klassenzimmer der Ganztagsklasse ist mit einem angrenzenden Raum gekoppelt, der die Größe eines Klassenraumes hat. Dieser wird auch noch von einer weiteren Klasse genutzt. Er bietet die Möglichkeit der Differenzierung bei Gruppenarbeiten und Förderangeboten. Der neue Klassenraum wird somit zu einer "Werkstatt", in dem sich verschiedenste Unterrichtsformen integrieren lassen. So können z.B. in Sitzecken eigene Ideen in Stillarbeit entwickelt oder Ruhephasen eingelegt werden.  In den freien Phasen können die Räume ebenfalls genutzt werden. Sie dienen den Kindern als Rückzugsmöglichkeit oder Spielfläche. Die Möbel der Ganztagsklasse müssen zum großen Teil auf Rollen montiert sein, so dass sich der Raum schnell umgestalten lässt, um Spielmöglichkeiten, wie zum Beispiel eine Rollenspielecke oder einen Bauteppich, zu bieten.

Die Förderung sozialer Kompetenzen wird insbesondere durch Sportangebote gestärkt. Die Fußballplätze des FC Rentfort, die  den Kindern im Nachmittagsbereich ebenfalls zur Verfügung stehen, bieten so die Möglichkeit, Fairness, Regelverhalten, Teamfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft und vor allem die Freude an der Bewegung zu fördern. Die pädagogischen Fachkräfte begleiten das Spiel auf dem Schulhof und auf dem Sportplatz. Sie fördern die Kinder auch hier durch gezielte Angebote und das Bereitstellen von Bällen, Fahrzeugen, Seilen und Stelzen. Auch die Turnhalle kann genutzt werden.

Vereine, andere Institutionen und Einrichtungen werden auch weiterhin mit in das pädagogische Angebot des Rhythmisierten Ganztages eingebunden.

Mittagessen

Der Ganztag bezieht das Essen von der Firma apetito. Obst, Salat und Rohkost werden bei lokalen Anbietern bezogen. Eine Planung für den Ablauf der Essenszeiten muss sukzessiv nach Einrichtung der Klassen im Laufe der Jahre erfolgen. Das Mittagessen findet in Begleitung eines Erziehers oder einer Lehrkraft statt.

Die Lernzeit

Die Lernzeit, die Zeit in der das Kind eigenständig das neu Gelernte wiederholt und festigt, ist in den Tagesablauf integriert. Sie findet mit Unterstützung eines Erziehers oder Lehrers und einer pädagogischen Ergänzungskraft statt. Regelmäßiges Üben, wie zum Beispiel Kopfrechnen oder Lesen und Auswendig lernen, bleiben weiterhin Tätigkeiten, die von den Eltern zu Hause unterstützt werden sollten. Die Lernzeit findet im Klassenraum der Kinder statt. So können auch die Medien des Raumes genutzt werden. Das bedeutet, dass der Umgang mit dem Computer erlernt werden kann und Lernspiele mit diesem durchgeführt werden. Auch die anderen Lernmaterialien der Klasse stehen den Kindern zur Verfügung.

Lerntagebuch

Als Dokumentation für die Schüler und die Eltern ist ein Lerntagebuch vorgesehen. Hier können die Aufgaben, Termine, Mitteilungen, wichtige Telefonnummern etc. eingetragen werden. Damit wird die Kommunikation zwischen Eltern und dem Klassenpersonal unterstützt. Das Lerntagebuch fördert das selbstgesteuerte Lernen. Die Nutzung der Lerntagebücher sollte von den Lehrkräften, je nach eigener Arbeitsweise, gestaltet werden.

Zusammenarbeit mit Eltern

Wie gewohnt finden regelmäßige Elternsprechtage statt. Hier werden die Eltern über den ganzheitlichen Entwicklungsstandes ihres Kindes informiert. Die Lehrkraft und die pädagogische Fachkraft führen bei Bedarf diese Gespräche gemeinsam. Die Vorbereitungen für die Elterngespräche finden in den Teamstunden zwischen der Lehrkraft und der pädagogischen Fachkraft statt.  So erhalten die Eltern Informationen über den Wissensstand und das Arbeitsverhalten in Unterrichtsphasen. Die Eltern werden durch die Lehrkraft über den schulischen Stand informiert und bei Lernschwierigkeiten über schulische Fördermöglichkeiten beraten. Die pädagogische Fachkraft informiert über die persönliche Entwicklung und das Arbeitsverhalten bei Angeboten der freien Zeit. Sie hat die Entwicklung der sozialen Fähigkeiten und die Ausbildung des Selbstbewusstseins im Blick.

Jederzeit gibt es die Möglichkeit, ein Gespräch einzufordern. Dieses kann das Personal der Klasse einfordern oder die Eltern. Wer am Gespräch beteiligt sein sollte, kann individuell festgelegt werden. So kann ein ganzheitliches Bild vom Entwicklungsstand des Kindes wiedergegeben werden. Eine Elternsprechstunde sollte ebenfalls berücksichtigt werden.

Die bereits seit zwei Jahren bestehende Arbeitsgruppe, zusammengesetzt aus Elternvertretern für das Betreuungsangebot, Koordinatorin der AWO, Leitung des Betreuungsangebotes, Schulleitung und Lehrerinnen wird sich weiterhin zur Planungsarbeit für das Betreuungsangebot regelmäßig treffen.

Austausch im Team

Das Klassenleitungsteam tauscht sich wöchentlich in einer fest integrierten Teamstunde aus. Der Leistungsstand sowie sozial emotionale Verhaltensweisen der einzelnen Schüler werden hier besprochen, um Bildungsmaßnahmen und pädagogische Begleitung daran anzuknüpfen. Außerdem werden aktuelle Themen und darauf aufbauende Arbeitspläne besprochen. 

Weiter entsteht die Verknüpfung der Themen aus der Unterrichtsphase mit den Angeboten in den freien Phasen. Die pädagogische Fachkraft orientiert sich an dem Arbeitsplan und gestaltet darauf basierende Angebote für die freie Zeit. Die Lehrkräfte greifen aktuelle Themen aus dem Gruppengeschehen in den Unterrichtsphasen auf. Gemeinsam besprechen die Lehrkräfte und die pädagogische Fachkraft die Dinge mit den Kindern der Ganztagsklasse in den Verzahnungsstunden. Hinzu kommen die täglichen Gespräche, in denen aktuelle Geschehnisse ausgetauscht werden, die für die weitere Arbeit mit den Schülern wichtig sind. Die Fachkräfte der Klasse können gezielt auf den Schüler reagieren. So ist ein individuelles, an den Fähigkeiten und Bedürfnissen der Kinder orientiertes Arbeiten möglich.

Einmal im Monat findet die Lehrerkonferenz statt. Hier informiert die Schulleitung über die aktuellen Geschehnisse und Entwicklungen der Schule. Daran nehmen die Lehrkräfte, wenn möglich die pädagogischen Fachkräfte und die Leitung des Betreuungsangebotes teil. 

Ziele (nicht nur) der Ganztagsklasse im Überblick

  • ganzheitliche individuelle Förderung
  • Vermittlung von Wissen und Raum für Bildung
  • effektive Lernzeiten
  • bedürfnisorientiertes Arbeiten
  • Verzahnung von Unterricht und freien Phasen
  • die bestmögliche Leistung des Kindes erzielen
  • Entwicklung der persönlichen Fähigkeiten
  • Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein
  • Entwicklung von Selbständigkeit
  • Unterstützung im Umgang mit Konflikten
  • Ausbildung eines Gemeinschaftsgefühl – „Gutes Klassenklima“
  • vertrauensvolles Umfeld durch die fest zugeordneten Bezugspersonen
  • vertrauensvolles Umfeld durch einen stabilen sozialen Rahmen
  • kontinuierliche und konsequente Erziehung
  • Kinder können unterschiedliche Sport– und Freizeitangebote erproben
  • Bewegungsfreude wird gefördert

Das Wohl jedes einzelnen Kindes ist dabei immer und unabhängig vom jeweiligen Betreuungsangebot oder der Klassenzuteilung die Basis allen Handelns aller Akteure im schulischen Kontext.

Verlässliche Betreuung

Als zusätzliches Betreuungsanbot wird die Verlässliche Grundschule (VG) angeboten. Dieses Angebot bleibt der Parallelklasse vorbehalten. Es bezieht sich auf alle offiziellen Schultage.  Seit dem Schuljahr 2017/2018 stehen 40 Plätze zur Verfügung, die auch weiterhin bestehen bleiben sollen.  Die Betreuungszeit endet für VG-Kinder um 13:20 Uhr. Die Betreuung findet in einem separaten Raum im Schulgebäude statt.

Wir möchten uns vorbehalten, den Start des Rhythmisierten Ganztages sowie das vorliegende Konzept des Rhythmisierten Ganztages, umzugestalten und wenn notwendig, evaluieren zu können. Einige Planungen finden in diesem Konzept noch keine Berücksichtigung, da manches erst in der Übergangsphase bis zum Aufbau des Rhythmisierten Ganztags für alle 4 Jahrgänge konkretisiert werden kann (beispielsweise der Ablauf beim Essen, die Stundenpläne oder die konkrete Einrichtung der Räume).